Geschichtliches

Leider ist aus den frühen Jahren des Schützenwesens in Braunshausen mangels schriftlicher Aufzeichnungen nur wenig bekannt. 
Die heute in der Schützenhalle ausgestellte Dorffahne aus dem Jahre 1828 läßt jedoch erahnen, daß die Schützen in Braunshausen
auch im
19. Jahrhundert nicht untätig waren. Nachweislich läßt sich die folgende Entstehungsgeschichte belegen:
Um die Jahrhundertwende besuchten die Einheimischen regelmäßig die Schützenfeste in den Nachbarorten. Dadurch wuchs natürlich das Interesse an einem eigenen Schützenfest in Braunshausen. Mit einem Kinderschützenfest im Jahr 1908 kam der Stein dann endgültig ins Rollen: Der Wunsch nach einem eigenen Schützenverein sollte in die Tat umgesetzt werden. Bei der Gründungsversammlung am 2. September 1908 wurde das Vereinsstatut nach dem Muster der Sauerländer Nachbargemeinden anerkannt. Die erste Vereinsfahne, welche bis heute noch bei jedem Fest zum Einsatz kommt, wurde unverzüglich angeschafft.
Das erste Schützenfest wurde auf einer Wiese "im Kipp" gefeiert. Bereits im darauffolgenden Jahr bauten die Schützen auf dem jetzigen Gelände ein Stangen- und Lakenzelt.
Nach dem Schützenfest 1914 ruhte das Vereinsleben wegen des 1. Weltkrieges. Erst 1920 konnte das nächste Schützenfest gefeiert werden. Mittlerweile war das alte Lakenzelt unbrauchbar geworden, so daß Feldscheunen zum Festzelt ausgeschmückt wurden.
Alsbald wurde mit dem Bau eines Bretterzeltes auf festem Fundament begonnen. Böse Zungen behaupten, das Bauholz sei damals aus der Wasserlehne und dem nahen Hessenwald geklaut worden. Das kann man so natürlich nicht stehen lassen; die Pferde- und Ochsengespanne hatten wahrscheinlich nur die lästigen amtlichen Abfuhrscheine "vergessen". Es waren halt schlechte Zeiten damals...
Unter der Leitung des Zimmermanns Andreas Womelsorf aus Hallenberg wurde im Jahr 1927 die im Sauerland sicher einmalige Rundkuppel errichtet, die dem Schützenzelt noch heute seinen besonderen Charakter verleiht. Dabei ist auch der "Lehrlingssturz vom Dach" des Hallenberger Zimmermanns Wilhelm Müller unvergessen geblieben.

Wegen des 2. Weltkrieges ruhten die offiziellen Vereinstätigkeiten bis 1947. Auch die Auflösung der Vereine sowie die Beschlagnahme des Vereinsvermögens durch die Besatzungsmächte konnten die Vereinstreue der Mitglieder und das Zugehörigkeitsgefühl der Braunshausener Männer zu ihrem Schützenverein nicht brechen. In den ersten Nachkriegsjahren sahen die Schützenbrüder ihre erste Aufgabe darin, Heimkehrer zu empfangen und wieder in das Dorf- und Vereinsleben einzugliedern, sowie den Gefallenen und Vermißten die verdiente Ehre zu erweisen. Mit der Annahme einer neuen Satzung unter dem Leitgedanke "Glaube, Sitte, Heimat" formte sich der Verein neu zur "St. Antonius-Schützenbruderschaft Braunshausen". Die Bestätigungsurkunde der Deutschen Historischen Schützenbruderschaft von 1949 bescheinigt "die Zugehörigkeit zum Diözesanverband vom hl. Sebastianus im Erzbistum Paderborn".
Als erstes Fest nach dem Krieg feierte man am 10. Oktober 1948 ein Erntedankfest. Nach zehnjähriger Pause konnte am 23. und 24. Juli 1949 wieder das traditionelle Schützenfest gefeiert werden; allerdings wurde hier mit der Armbrust auf den Vogel geschossen. Es schien beinahe, als hätten die Schützen in Braunshausen in ihrer neugeformten Bruderschaft mit christlicher Ausrichtung jetzt einen besonders guten Draht nach oben: Vikar Hugo Neumann holte mit einem gezielten Ehrenschuß den Vogel von der Stange.

Das amtierende Königspaar 2007-2008
Dietmar und Rosi Scheer
Nach den schweren Zeiten des Neuaufbaus stand im Jahre 1958 das 50-jährige Vereinsjubiläum auf dem Programm. Es wurde unter der Regentschaft des Jubelkönigspaares Franz Völlmecke (Kleinschusters) und Erna Knecht (Hanses) gefeiert.
Die Wirtschaftswunderjahre brachten auch der Schützenbruderschaft in Braunshausen einen nachhaltigen Aufschwung: Die Schützenhalle wurde durch Errichtung von Küche, Keller, Toilettenanlagen und Austausch der Bretterwände durch massives Mauerwerk sowie viele weitere Bau- und Renovierungsarbeiten komplett modernisiert.
Um die Sicherheit beim Vogelschießen zu gewährleisten, wurde 1970 eine Vogelstange in Form eines stählernen Gittermastes mit einem stabilen Kugelfang errichtet. Mit der Pflasterung des Hallenvorplatzes war dann Ende der Siebziger Jahre auch der Außenbereich bestens in Stand gesetzt.

Im Jahr 1981 wurden einheitliche Uniformjacken angeschafft, so daß in den letzten Jahren alle Schützenumzüge ausschließlich mit Uniformträgern bzw. Jungschützen im weißen Hemd mit schwarzer Hose stattfinden. Zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1983 konnte die Bruderschaft also, auch durch die Einweihung einer neuen Vereinsfahne, ein schmuckes Bild abgeben und ein rundum gelungenes Geburtstagsfest feiern. Und siehe da: Wiederum zeigte Franz Völlmecke seine ganze Treffsicherheit und errang wie schon 25 Jahre zuvor die Würde des Jubelkönigs.

Natürlich wurde auch in den darauffolgenden Jahren ständig in die Schützenhalle investiert, wobei besonders der Anbau von Keller und Speiseraum sowie der Neubau des Sanitärbereiches im Jahre 1995 zu erwähnen sind.

Aktuelles und Termine
Nach 1988 richteten die Braunshauser Schützen im Jahr 2000 zum zweiten Mal das Stadtschützenfest in gewohnt harmonischer Atmosphäre aus und stellt bis zum Jahr 2003 mit Günther Lingen den Stadtschützenkönig aus seinen Reihen.
Die Schützenbruderschaft nimmt mit Ihren beiden Fahnen stets am Patronatsfest des hl. Antonius teil, denn schließlich ist er sowohl der Patron der Kirchengemeinde als auch der Schützenbruderschaft Braunshausen.
Nicht nur am Schützenfest, sondern auch am Volkstrauertag gedenken die Schützen der Verstorbenen und Gefallenen am Ehrenmal bei der Kirche, und in den letzten Jahren wurden regelmäßig Schützenwallfahrten in die nähere und weitere Umgebung unternommen. Diese wurden organisiert vom allzeit engagierten Präses Pastor Josef Otto, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.
Die Bruderschaft hat heute 155 Mitglieder, davon 121 aktive und 34 Ehrenmitglieder ab 65 Jahren. Der geschäftsführende Vorstand besteht aus dem Vorsitzenden, dem Hauptmann, der gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender ist, und dem Geschäftsführer. Zum Vorstand gehört ebenfalls der für die Gemeinde Braunshausen zuständige Geistliche als Präses der Bruderschaft.

Schützenfest: 25. - 28. Juli 2008
Schützenball und Kinderschützenfest: 23./24. August 2008
Jahreshauptversammlung: 26. Januar 2008
   
Kontakte: Karl-Heinz Mettken
Tel.: 0 29 84 / 80 68
oder Raimund Knecht
Tel.: 0 29 84 / 21 48
Email: schuetzenverein@braunshausen.de

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